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Was ist erlernte Hilflosigkeit

Was ist erlernte Hilflosigkeit

Was ist erlernte Hilflosigkeit

Ich kann das an mir selber erkennen, wenn ich ehrlich bin: Bestimmte Aufgaben im täglichen Leben fallen mir schwer, weil ich nie gelernt habe, sie effektiv zu erledigen. Meistens, weil sie mir von anderen abgenommen wurden. Auch bei Partnerschaften lässt sich das oft beobachten - die Aufgaben sind klar verteilt und erst wenn jemand mal nicht da ist, fällt dem anderen auf, wie ungeschickt er oder sie sich anstellt. Diese Hilflosigkeit ist in so vielen Fällen zu beobachten.

Da ist die Mutter, die die neue Sprache nicht lernt, weil die Tochter sie schon besser kann. Einige SchülerInnen erleben, dass ihre Bemühungen nicht zu guten Noten führen. Die Schule bietet wenig Unterstützung und Trainingseinheiten zu Themen wie Lebensgestaltung, Alltagsbewältigung und Verantwortung. Manchmal fehlen erfolgreiche Vorbilder. Wenn die Eltern nie tatkräftig ihr Leben gestaltet haben, wissen Kinder oft nicht, was zu tun ist.

Außerdem ist bei unseren Teilnehmer*Innen manchmal zu erkennen, dass das Hilfesystem auch Hilflosigkeit erzeugen kann, weil zu viele Aufgaben einfach abgenommen wurden.

Eigentlich sollen wir Aufgaben nicht übernehmen. Im Arbeitsalltag gerät der gute Ansatz zu unterstützen, aber nicht zu übernehmen, jedoch schnell unter Druck, wenn Fristen eingehalten werden müssen. Etwa um eine Wohnung nicht zu verlieren.

Wenn wir aber so oft wie möglich als TrainerInnen auftreten, die Problemlösung als Fähigkeit vermitteln, kommen TeilnehmerInnen langfristig besser zu Recht.

Allerdings sind die Hintergründe oft komplexer - erlernte Hilflosigkeit ist ein Konzept der Verhaltenspsychologie. Oft ist es eine Reaktion auf negative Erlebnisse, die man nicht beeinflussen konnte. Einige Menschen entwickeln so die Überzeugung, die Fähigkeit zur Veränderung der eigenen Lebenssituation verloren zu haben und für diesen Zustand selbst verantwortlich zu sein. Dies kann Depressionen zur Folge haben.

Natürlich gibt es Behandlungsformen, um diese Überzeugung zu verändern, so dass Betroffene die Kontrolle über ihr Leben zurückerlangen und ihre Selbstwirksamkeit entwickeln.

Dazu gehört die kognitive Verhaltenstherapie, die problemorientiert ist und sich anders als die Psychoanalyse weniger mit der Vergangenheit beschäftigt. Hierbei wird angestrebt, eine negative Kettenreaktion zwischen Gefühlen, Verhalten und Gedanken aufzulösen. In schweren Fällen können Medikamente helfen, Angstzustände zu lindern, um eine Therapie zu ermöglichen.

Aus dem Systemischen Coaching kommt der Ansatz verloren gegangene Fähigkeiten wieder zu aktivieren. Hier wird davon ausgegangen, dass die meisten Menschen die Ressourcen besitzen, um ihre Probleme zu lösen. Durch Einsatz bestimmter Fragetechniken und einer motivierenden Gesprächsführung wird der oder die Betroffene in einer positiven Selbstwahrnehmung gestärkt.

Eine weitere Bewältigungsstrategie ist das Reframing - ein negativer Faktor wird so umgedeutet, dass er Positives bewirken kann. Eine schwere Krankheit kann zum Beispiel zu einem Motor für eine positive Veränderung des Lebensstils werden, was langfristig zu weniger Stress und mehr Lebensfreude führt.

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