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Was macht eigentlich der Wegbereiter?

Was macht eigentlich der Wegbereiter?

Was macht eigentlich der Wegbereiter?

Beim Projekt Wegbereiter werden Menschen von ihrem Jobcenter angemeldet, wenn entweder der Kontakt abgebrochen oder erschwert ist oder wenn die zuständigen Fallmanager*innen einen konkreten Unterstützungsbedarf sehen, den die Sozialpädagog*innen und Jobcoaches vom Wegbereiter abdecken können. Hierbei handelt es sich meist um eine Mischung aus verschiedenen Problembereichen wie Schulden, Krankheiten, soziale Ängste oder Depressionen, Sprachschwierigkeiten oder Familienkrisen. Die Teilnahme an der Maßnahme ist freiwillig und sanktionsfrei. Zunächst werden die Phase 1-Teams des Projektes tätig.

Als Erstes geht es darum, Kontakt zu den Klient*innen aufzunehmen. Dafür werden die Klient*innen per Post darüber informiert, dass Mitarbeiter*innen des Wegbereiters sie in den kommenden Tagen persönlich aufsuchen werden. Dann schwärmen die Sozialpädagog*innen und Jobcoaches aus, um zu den Haushalten der potentiellen Teilnehmer*innen zu fahren und das Beratungsangebot zu erklären. Wenn die Teilnehmer*innen sich für eine Teilnahme entscheiden, dann können sie erfahrungsgemäß sehr von der Beratung und dem Coaching profitieren! Viele sind nicht in der Lage, selber den ersten Schritt zu machen und sich Hilfe zu suchen.

Nachdem die Teilnahmebedingungen erklärt sind, dazu gehören die Corona-Regeln und der Datenschutz, werden die Klient*innen in die Bezugsberatung aufgenommen. Das bedeutet, dass sie für die nächsten drei Monate - bei Verlängerung sogar sechs - eine feste Ansprechperson haben, die sie sozialpädagogisch berät.

Zunächst wird eine Sozialanamnese durchgeführt, um zu schauen, wo die Probleme der Klient*innen liegen. Darauf aufbauend strukturiert sich die Gestaltung der weiteren Hilfe.

Im Sinne einer lösungsorientierten Sichtweise werden gemeinsam Ziele vereinbart: Wo möchten die Klient*innen hin und wie können die Sozialpädagog*innen sie dabei unterstützen? Die Beratungsanliegen sind genauso individuell wie die Lebenssituationen der Klient*innen.

Häufige Themen befinden sich in den folgenden Bereichen:

  • Unterstützung im Umgang mit Behörden
  • Klärung der finanziellen Situation / Schuldenregulierung
  • Klärung der gesundheitlichen Situation / Antrag auf Erwerbsminderungsrente
  • Unterstützung bei Wohnraumproblematiken / Hilfe bei der Wohnungssuche
  • Berufsorientierung, Aus- und Weiterbildung, Schulabschlüsse

Einige Schwierigkeiten werden direkt von der/dem zuständigen Berater*in bearbeitet, andere hingegen wiederum ausgelagert an Fachstellen wie z. B. die Schuldnerberatung oder Therapieeinrichtungen. Auch die Länge der Teilnahme am Projekt variiert je nach Klient*in: manche Klient*innen kommen über Monate zweimal wöchentlich in die Beratung, manche haben ein konkretes Beratungsanliegen, das in wenigen Wochen bearbeitet werden kann. Die Phase 1 des Wegbereiters ist ein niedrigschwelliges Angebot, das methodisch eher in Richtung Clearing und Case-Management zu verorten ist.

Häufig geht es darum, mit den Klient*innen gemeinsam eine tragfähige Zukunftsperspektive zu entwickeln, die dann im Detail von anderen Stellen durch eine intensivere Betreuung erarbeitet wird. Sollte die Reise in Richtung Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gehen, dann sind hier die Jobcoaches gefragt.

In anderen Fällen übernehmen unsere Psychologen. Außerdem können die Klient*innen in der Phase 2 des Projektes auf eine Teilnahme am Erwerbsleben vorbereitet werden. Hier geht es um längere Anwesenheiten in der Gruppe beim Frühstück, in der Werkstatt, im Coaching oder bei Ausflügen, um die Alltagsstruktur zu verbessern und so auf das Berufsleben vorzubereiten. Auch wenn der Wegbereiter eng mit dem Jobcenter zusammenarbeitet, finden die Teilnehmer*innen des Projektes hier einen Einstieg abseits des Leistungsdrucks der Privatwirtschaft.

Es ist ein Ort des wohlwollenden und wertschätzenden Umgangs, in dem der Anspruch einer ganzheitlichen Beratung maßgebend ist. Letztlich lernen die Teilnehmer*innen (wieder) für sich und eine sinnvolle Work-Life-Balance zu sorgen.

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